Schlagwort: Fernsehen

Schleichwerbung – ZAK beanstandet unzulässige Produktplatzierung bei Sat.1

Produkte, die in unterhaltenden Sendungen platziert werden, dürfen nicht zu stark heraus gestellt sein. Geschieht das doch, dann handelt es sich um Schleichwerbung.

Im Sinne dieses Staatsvertrages ist… Schleichwerbung die Erwähnung oder Darstellung von Waren, Dienstleistungen, Namen, Marken oder Tätigkeiten eines Herstellers von Waren oder eines Erbringers von Dienstleistungen in Programmen, wenn sie vom Veranstalter absichtlich zu Werbezwecken vorgesehen ist und die Allgemeinheit hinsichtlich des eigentlichen Zwecks dieser Erwähnung oder Darstellung irreführen kann. Eine Erwähnung oder Darstellung gilt insbesondere dann als zu Werbezwecken beabsichtigt, wenn sie gegen Entgelt oder eine ähnliche Gegenleistung erfolgt. … (§ 2 Abs. 2 Nr. 6 Rundfunkstaatsvertrag (RStV))

Schleichwerbung und entsprechende Praktiken sind unzulässig. (§ 7 Abs. 6 RStV)

Die Kommission für Zulassung und Aufsicht der Medienanstalten (ZAK) hat einen solchen Fall im Programm von Sat.1 kürzlich beanstandet.

Im Rahmen der Übertragung des UEFA Europa League Finales am 18. Mai in der Sat.1-Fußballsendung „ran“ gab es zwei Live-Schaltungen in ein so genanntes „Hasseröder Männercamp“. Dort wurde das Spiel bei einer Grillparty verfolgt. Der Studiomoderator der Sendung, Oliver Welke, und Fußballexperte Rainer Calmund kommentierten im „Männercamp“ das Spiel. Wiederholt wurde die Biermarke „Hasseröder“ lobend erwähnt. Darüber hinaus war das Markenlogo mehrfach im Studio und im „Männercamp“ auf der Bierflasche sowie auf etlichen weiteren Gegenständen deutlich zu erkennen. Der Schriftzug „unterstützt durch Produktplatzierung“ wurde jeweils eingeblendet.

Die ZAK stellte fest, dass diese Form der Produktpräsentation zu auffällig und intensiv war. Die platzierte Marke war nicht in die Handlung eingebunden, und es gab keine dramaturgische Rechtfertigung für die häufige Erwähnung des Produkts. Damit waren die Voraussetzungen für eine zulässige Produktplatzierung nicht erfüllt.

Pressemitteilung der ZAK vom 22.11.2011

ProSiebenSat.1 ist auf dem besten Weg zu einem Rekordjahr 2011

Die ProSieben Sat.1 Group bleibt weiterhin auf Rekordkurs. Der TV-Konzern steigerte seinen Umsatz zwischen Juli und September 2011 um knapp 9 Prozent auf 594.5 Millionen Euro. U. a. sind höhere Werbeerlöse in den Kernmärkten Deutschland, Österreich und Schweiz sowie die Expansion des Tochterunternehmens Red Arrow für die positive Entwicklung verantwortlich.

„Wir sind auf der Zielgeraden zu einem neuen Rekordjahr. Auf unserem Weg zu einem Powerhouse für TV und digitale Unterhaltung haben wir im dritten Quartal erneut einen großen Schritt nach vorne gemacht und unsere Umsätze in allen Segmenten gesteigert. Basis der positiven Geschäftsentwicklung ist unsere starke Positionierung im Kerngeschäft Fernsehen. Künftig werden wir uns mit unseren Wachstumsinitiativen noch stärker auf die attraktiven Perspektiven in der digitalen Welt sowie im Ausland konzentrieren. Ich bin überzeugt, dass wir damit unseren profitablen Wachstumskurs weiter fortsetzen können.“

(Thomas Ebeling, Vorstandsvorsitzender der ProSiebenSat.1 Media AG)

Die Sendergruppe will bis 2015 ohne Zukäufe zusätzlichen Umsatz von 750 Millionen Euro erwirtschaften. Insbesondere soll auf Geschäfte abseits des TV-Werbemarkts wie etwa die Produktion von Inhalten, Online- Angebote oder Bezahlfernsehen (Pay-TV) gesetzt werden.

 

Pressemitteilung vom 03.11.2011

Medienaufsicht beanstandet Fälle von Split-Screen-Werbung bei RTL und Sat.1

Die Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) hat  kürzlich die so genannte „Move-Splits“ bei RTL und Sat.1 beanstandet, weil das Gebot der Trennung von Werbung und Programm nicht eingehalten wurde. In den beanstandeten Fällen war die Werbung optisch nicht klar genug vom Programm getrennt und nicht ausreichend gekennzeichnet. Als „Move-Splits“ bezeichnen Veranstalter Werbeeinblendungen an einer beliebigen Stelle des Bildschirms, auf die die Kamera dann zoomt, bis die Werbung Bildschirm füllend zu sehen ist. „Move-Splits“ sind als Varianten von Split-Screen-Werbung grundsätzlich zulässig.

In jeweils einer Folge der RTL-Serien „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ und „Alles was zählt“ vom November 2010 wurden „Move-Splits“ eingesetzt. In beiden Fällen wurden Plakatflächen, die zur fiktiven Szenerie der Serien gehören, unabhängig vom restlichen Bild mit Werbung bedeckt. Diese Werbung wurde also optisch nahtlos in die Gesamtkulisse eingefügt und wirkte wie ein Teil der Spielhandlung. Anschließend wurde auf die Plakatflächen gezoomt, und danach erschien der bekannte Split-Screen, der in diesem Fall auf einem Teil des Bildschirms Werbung für dasselbe Produkt wie auf der virtuellen Werbetafel in der Spielhandlung zeigte, und auf dem anderen die letzte Szene der Serienfolge. Es wurde zwar bereits während der Spielhandlung ein Schriftzug „Werbung“ eingeblendet, aber in einer nicht hinreichend deutlichen Form.

Ähnlich verhielt es sich mit einem „Move-Split“ bei Sat.1, der in einer Folge von „Anna und die Liebe“ im Dezember 2010 ausgestrahlt worden war. Hier wurde eine dem bekannten Vorbild entsprechende Split-Screen-Werbung auf einem Fernsehgerät in der Serienkulisse eingeblendet. Auch hier schloss sich der Zoom an, bis die Werbung Bildschirm füllend zu sehen war. Erst danach wurde der Werbehinweis für den Zuschauer erkennbar.

 

ZAK-Pressemitteilung vom 28.06.2011, Nr. 13/2011

 

Tatort-Vorspann: Urheberin hat nach dem großen Erfolg der Fernsehreihe keinen Anspruch auf Nachvergütung

Den „Tatort“ der ARD kennt nun wirklich jeder. Insbesondere der legendäre Vorspann dürfte jedem in Erinnerung sein:

Zunächst die Einblendung der Augenpartie eines Opfers, ein Fadenkreuz zeichnet sich rund um die Pupille ab, danach sind die Beine eines wegrennenden Täters zu sehen.

Die Urheberin des „Tatort“-Vorspanns, Frau Kristina Böttrich-Merdjanowa, hat keinen Anspruch nach dem Urheberrecht auf Nachvergütung. Dies hat kürzlich das OLG München in letzter Instanz entschieden (OLG München, Urt. v. 10.02.2011 – Az.: 29 U 2749/10). Weiterlesen

Medienaufsicht des privaten Rundfunks beanstandet die Sendung „auto mobil“ bei VOX wegen Schleichwerbung

Die Kommission für Zulassung und Aufsicht der Medienanstalten (ZAK) hat die VOX-Sendung „auto mobil“ vom 9. Januar 2011 beanstandet. Hintergrund war ein Verstoß gegen das Verbot von Schleichwerbung (vgl. hierzu § 7 Abs. 1 Nr. 3 u. Abs. 7 Rundfunkstaatsvertrag (RStV) sowie Ziffer 4 WerbeRL/Fernsehen)

In der beanstandeten Sendung ging es thematisch um Autopflege. Wiederholt wurde namentlich auf ein Pflegeprodukt einer Schweizer Firma hingewiesen. Weiterlesen

ZDF sichert sich die Champions League ab der Saison 2012/13

Ab kommendem Jahr hat sich das ZDF die Free-TV-Rechte an der Champions League gesichert.  Die Vereinbarung mit der UEFA beinhaltet die Übertragung eines Livespiels pro Spieltag, die tagesaktuelle Zusammenfassungen weiterer Spiele, die Qualifikationsspiele und den UEFA Super Cup. Der Mainzer Sender zahlt vermutlich für die Rechte 54 Millionen € pro Jahr. Bestätigt ist dieser Betrag jedoch nicht.

Bislang übertrug Sat.1 die Königsklasse des europäischen Fußballs. Der Sender verliert nun dieses Recht mit Ende der kommenden Saison 2011/12. Brisanter Hintergrund sind die Regelungen des 2013 in Kraft tretenden neuen Rundfunkstaatsvertrag. Hiernach ist den öffentlich-rechtlichen Anstalten dann nicht mehr gestattet, nach 20:00 Werbespots von Sponsoren auszustrahlen. Der Kauf der Champions League-Free TV-Rechte beinhaltet jedoch auch die Verpflichtung, die Champions League-Sponsoren-Werbung zu senden. In der Hinrunde der Saison 2012/13 ist Sponsoring nach 20 Uhr zunächst noch erlaubt, da der neue Staatsvertrag erst 2013 in Kraft tritt. Weiterlesen