Schlagwort: Film

Plagiatsvorwurf: Ist das Drehbuch von „Avatar“ eine Kopie?

Ein ehemaliger Mitarbeiter von Regisseur James Cameron macht Urheberrechte am Plot des erfolgreichen Filmes „Avatar“ geltend. Nach  Auffassung von Eric Ryder soll die Handlung auf  sein Werk „K.R.Z. 2068“ zurückzuführen sein.

Dieses Drehbuch soll von der Firma Lighthouse Entertainment damals abgelehnt worden sein. Darin soll es auch um die „Kolonialisierung eines entfernten Mondes mit einer üppigen und wundersamen Natur durch ein Unternehmen“ gehen; ein Spion des besagten Unternehmens werde ebenfalls in die Bevölkerung aus menschenähnlichen Wesen eingeschleust. Dieser verliebe sich in eines der Wesen. Letztlich sei eine Übereinstimmung auch darin zu erkennen, dass sich der Spion am Ende zum Anführer einer Revolte des Naturvolkes gegen das Unternehmen wandle.

Bislang sind sämtliche andere Klagen mit Pagiatsvorwürfen abgewiesen worden (in Sachen „Die Legende der blauen Krähe“ und Emil Malak – „Terra Incognita“). Es bleibt abzuwarten, wie der aktuelle Fall entschieden werden wird.

„Avatar“ ist bislang der erfolgreichste Film in der Geschichte und  spielte ein Ergebnis von ca. 2,8 Milliarden Dollar ein.

 

urheberrecht.org

YouTube muss trotz Urherrechtsverstoßes eines Nutzers keine Daten herausgeben

Der Constantin Filmverleih konnte sich in einem Urheberrechtsstreit gegen YouTube nicht durchsetzen. Das Videoportal muss nicht die Daten eines Nutzers  herausgeben. Dieser hatte sechs Sequenzen des Filmes „Werner Eiskalt“ auf YouTube hochgeladen, die er zuvor vermutlich abgefilmt hatte.

Dies hat das Oberlandesgericht (OLG) München in einem Verfahren des sog. einstweiligen Rechtsschutzes entschieden (Az.: 29 U 3496/11).

Constantin hätte gerne  Auskunft über die Identität des Nutzers erlangt, denn nach Affassung des Constantin-Rechtsanwalts Björn Frommer habe es sich um mehr als die Hälfte des Filmes gehandelt. Das Gericht verneinte jedoch einen Auskunftsanspruch. Zwar liege eine Urheberrechtsverletzung vor, jedoch nicht „in gewerblichem Ausmaß“, was Voraussetzung für einen Auskunftsanspruch gewesen wäre. Der Verleih  habe im „Eilverfahren“ lediglich mit Vermutungen vortragen lassen. Konkrete Anhaltspunkte für eine Gewinnerzielungsabsicht durch den Nutzer habe es nicht gegeben.

Die streitgegenständlichen Ausschnitte hat YouTube bereits aus dem Internet entfernt.

Es bleibt nun abzuwarten, ob die Parteien die Angelegenheit in einem Hauptsacheverfahren umfassend prüfen und entscheiden lassen werden.

 

taz.de

Ist der Film Hangover 2 nur eine Kopie? – Urheberrechtsklage gegen Warner Bros.

Es ist noch nicht lange her. Gegen das Produktionsunternehmen Warner Bros. hatte der Tattoospezialist Victor Whitmill geklagt, weil im Film Hangover 2 eines seiner Tattoomotive – ähnlich dem von Mike Tyson – verwendet worden sei. Hierin erachtete der Künstler eine Verletzung seines Urheberrechts. Die Parteien konnten sich außergerichtlich auf einen Vergleich einigen.

Nun erreichte eine zweite Klage das Haus von Warner Bros..  Der Amerikaner Michael Alan Rubin ist der Meinung, dass in Hangover 2 unberechtigt Geschehnisse aus seinem Leben erzählt werden. Er gabe genau so einen Junggesellenabschied erlebt. Er habe daher seine außergewöhnliche Geschichte auch niedergeschrieben und das Drehbauch bereits den Writers Guild of America vorgelegt. Rubin sieht daher seine Urheberrechte als verletzt an. Zudem fühlt er sich beleidigt, da er im Film schlecht dargestellt werde.

Ungeklärt sind die näheren Umstände, ob ein ein gleichartiges Drehbuch existiert und ob bzw. wie dieses zu Warner Bros. gelangt sein soll. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Angelegenheit weiter entwickeln und das amerikanische Gericht entscheiden wird.

„Hangover 2“ kam übrigens im Sommer 2011 in die Kinos und spielte bislang weltweit über 560 Millionen Dollar ein.

 

sueddeutsche.de

artlawyer.de

 

 

§ 32a UrhG findet kaum Anwendung – Urheberrechtsreform gescheitert?

Aktuelle Anmerkung zu dem Artikel: Kameramann fordert Nachvergütung für den erfolgreichen Film “Das Boot”:

Zahlreiche Klagen auf Nachvergütung hatten keinen Erfolg. Die Rechtsprechung hat bislang keine Abgrenzung aufgezeigt, wann eine Nachvergütung zu zahlen ist und wann kein Anspruch besteht. Man kann durchaus davon sprechen, dass der „Fairness-Paragraph“ des § 32a UrhG gescheitert ist. Eine Verbesserung zum damaligen „Bestseller-Paragraphen“ konnte durch die Gesetzesänderungen nicht wirklich erzielt werden.

Vielmehr wurde durch die Reform die Stellung der Urheber eher geschwächt. Das eigentlich als urheberfreundlich geltende deutsche Recht hat damit einen Schritt in Richtung des anglo-amerikanischen Systems getan (work made for hire).

Allein in sehr bekannten Fällen könnte ein „Urheber-Star“ eine Nachvergütung beanspruchen. Ob die Regelung in dem aktuellen Fall „Das Boot“ Jost Vacano seine Berühmtheit als Kameramann zugute kommen wird, bleibt abzuwarten.Hinweis:

Die Rechtsprechung müsste endlich klare Grenzen hinsichtlich des § 32a UrhG ziehen. Andernfalls wird vom Kollegen Jacobshagen vorgeschlagen,  das Urheberrecht nochmals zu ändern. Der Anspruch der Urheber soll pauschal den bestehenden Urheber-Verwertungsgesellschaften (VG) zugewiesen werden. (z. B. VG für Bild-Kunst, Wort, Musik (GEMA), Film). Dies soll den Vorteil haben, dass  diese VG die Mittel und die Möglichkeiten hätten, Nachvergütungsansprüche erfolgreich durchzusetzen.

legal tribune

 

 

 

 

KG Berlin: Synchronsprecher von Johnny Depp unterliegt im Streit um Nachvergütung nach § 32 a UrhG

foto204

Wieder ein Fall, in welchem es sich um Nachvergütungsansprüche gem. § 32a Urhebergesetz (UrhG), den sog. Fairnessparagraphen, dreht.

Markus Off, der Synchronsprecher von Johnny Depp (alias Captain Jack Sparrow)  im Kinoerfolg „Fluch der Karibik“ hatte auf Nachvergütung gegen Disney und Buena Vista geklagt. Der Kläger hatte für seine Arbeit insgesamt eine Vergütung in Höhe von ca. 15.000 Euro  erhalten. Er ist der Ansicht, dass ihm ein Nachvergütungsanspruch aus den Erlösen der Beklagten aus der Kinoverwertung, der Video- und DVD-Vermarktung, der Vergabe von TV-Sendelizenzen und der Verwertung von TV-Senderechten zustehe. Er bezieht sich auf die Vergütungsempfehlung der von ver.di getragenen Mittelstandsgemeinschaft Synchron.

Die Beklagten hingegen berufen sich auf die Gagenempfehlung des Bundesverbands Deutscher Synchronproduzenten e.V. (BVDSP), welche bis November 2008 gültig war. Sie erachten den geltend gemachten Anspruch als unbegründet.

Nach Ansicht des Kammgerichts Berlin (KG Berlin, Urteil v. 29.06.2011, Az.: 24 U 2/10) besteht kein Nachvergütungsanspruch:

1. Dem Synchronsprecher eines Darstellers in einem Filmwerk, der für die umfassende Einräumung von Nutzungsrechten an seiner Sprachleistung eine für sich genommen übliche und angemessene Pauschalvergütung erhalten hat, steht ein Nachvergütungsanspruch gemäß § 32a Abs.2, Abs.1 UrhG nicht zu, wenn sein Beitrag für das Gesamtwerk nur von untergeordneter Bedeutung ist.

2. Der Synchronisation eines Hauptdarstellers ist im Verhältnis zum gesamten Filmwerk nur untergeordnete Bedeutung beizumessen, wenn es sich um einen aufwändig unter Einsatz technischer Effekte, Kulissen und Kostümen gestalteten Film handelt, in dem weitere Haupt- und zahlreiche Nebendarsteller sowie Komparsen mitwirken und über längere Sequenzen hinweg der betreffende Hauptdarsteller nur mit wenigen sprachlichen Beiträgen in Erscheinung tritt.

Nach einem Artikel der Süddeutschen Zeitung vom 09.08.2011 hat der Kläger angekündigt, Revision beim BGH einzulegen.

Der vierte Teil der Piraten-Serie wurde übrigens ohne Markus Off produziert.

Anmerkung: Der BGH wird nun darüber entscheiden, ob die Leistung des Synchronsprechers eigenen Werkcharakter im Sinne des Urheberrechts aufweist. Dies kann dann der Fall sein, wenn er beim Synchronisieren einen gewissen Gestaltungsspielraum hatte und darüber hinaus eine eigene schöpferische Leistung erzielt worden ist.

 

www.urherrecht.org

Die Axel-Springer-AG darf keinen „OSGAR“ oder „Bild-OSGAR“ mehr verleihen

000019

Das Landgericht Berlin (LG Berlin, Urteil vom 2. August 2011, Az. 16 O 16) hat entschieden, dass die Axel-Springer-AG unter der Bezeichnung „OSGAR“ oder „Bild-OSGAR“ keine Auszeichnungen, Preise, Prämien, Prädikate oder Trophäen mehr ausloben oder verleihen darf.

Die Axel-Springer-AG hat seit 1994 den Preis mit dem Namen „OSGAR“ in Leipzig verliehen. Im Mai 2010 meldete sie die Wortmarke „Bild-Osgar“ beim DPMA an (u. a. für Klasse 41). Die Academy of Motion Pictures Arts and Sciences mit Sitz in Beverly Hills sah sich dadurch in ihren Markenrechten verletzt und klagte. Diese vergibt seit 1929 für herausragende Leistungen im Filmbereich die Trophäe „Oscar“.  Die Academy of Motion Pictures Arts and Sciences hat die Marke „Oscar“ seit 1984 in Deutschland und seit 2004 in der EU als Wortmarke angemeldet.

Die Axel Springer AG erhob Widerklage auf Löschung der Marken. Sie ist u. a. der Auffassung dass die angemeldeten Marken „Oscar“ nicht  benutzt worden seien.

Das Landgericht gab der Klägerin vollumfänglich recht. Eine Benutzung durch die Klägerin ist nach Ansicht des Gerichts gegeben:

… Die Marke ist schließlich für die Dienstleistungen, für die sie eingetragen ist, benutzt worden (§ 26 Abs. 1 MarkenG). Nach Ansicht des Kammergerichts, welches die Benutzung durch Pro 7 für aus reichend hielt, ist in der Ausstrahlung einer Preisverleihung eine hinreichende Benutzung zu sehen; auch wenn dieser Sender nicht selbst – so aber die für die Klägerin geschützte Dienstleistung – Preise innerhalb der Spielfilmbranche verleiht (Urt. v. 26.3.2010 – 5 U 189/07, Urteilsabdruck S. 1 6). Im Hinblick auf die hier maßgebliche Werbung für prämierte Filme kann nichts anderes gelten, da mit dem Preis und damit mittelbar auch der ihm zu Grunde liegenden Verleihung geworben wird. …

Wegen der Ähnlichkeit beider Bezeichnungen bestehe Verwechslungsgefahr , so dass eine Markenverletzung gem. § 14 Abs. 2. Nr. 2 MarkenG bzw. Artikel 9 Abs. 1 lit b GMV vorliege:

… Die sich gegenüberstehenden Zeichen sind jedenfalls unter dem Gesichtspunkt der Verwechslungsgefahr im weiteren Sinne hinreichend ähnlich. Eine derartige Verwechslungsgefahr liegt vor, wenn ein mit einer älteren Marke übereinstimmender Bestandteil identisch oder ähnlich in , eine komplexe Marke aufgenommen wird, in der er neben einem Unternehmenskennzeichen oder Serienzeichen eine selbstständig kennzeichnende Stellung behält, und wenn wegen der Übereinstimmung dieses Bestandteils mit der älteren Marke bei den angesprochenen Verkehrskreisen der Eindruck hervorgerufen wird, dass die fraglichen Waren oder Dienstleistungen aus wirtschaftlich miteinander verbundenen Unternehmen stammen (EuGH, GRUR 2005, 1042 Rh 30 f. -THOMSON LIFE; BGHZ GRUR 2006, 859 Rh 18 – Malteserkreuz). Stimmt der selbstständig kennzeichnende, produktbezogene Bestandteil mit einer anderen Marke überein, besteht grundsätzlich die Geiahr, dass der Verkehr diese andere Marke dem Inhaber des Unternehmens- oder Serienkennzeichens zuordnet und meint, sie bezeichne dessen Produkte oder Dienstleistungen, oder dass der Verkehr jedenfalls davon ausgeht, die Waren oder Dienstleistungen stammten von wirtschaftlich miteinander verbundenen Unternehmen (BGH GRUR 2008, 258 – INTERCONNEGT/T-InterConnect).

So liegt der Fall auch hier. Die angegriffene Bezeichnung „BILD-OSGAR” besteht aus dem gerichtsbekannten Serienzeichens .BILD” der Beklagten und dem selbstständig kennzeichnenden Bestandteil „OSCAR”. Mit letzterem stimmt die Klagemarke zwar nicht identisch, aber bis auf den  mittleren Buchstaben überein. Die Abweichung beim mittleren Buchstaben („G” statt „C”) spielt sowohl in schriftbildlicher wie auch in klanglicher Hinsicht eine zu vernachlässigende Rolle. …

 

Landgericht Berlin, Urteil vom 2. August 2011, Az. 16 O 168/10

Kammergericht, Pressemitteilung 84/2011

 

Kameramann fordert Nachvergütung für den erfolgreichen Film „Das Boot“

Der Film „Das Boot“ dürfte jedem ein Begriff sein, ein Meilenstein der deutschen Kinogeschichte. Etwa 30 Jahre später möchte der damalige Kameramann Jost Vacano an dem Welterfolg nachträglich besser beteiligt werden.

Ursprünglich erhielt Herr Vacano umgerechnet 92.000 Euro. Er ist der Meinung, dass sein Honorar in einem krassen Missverhältnis stehe, verglichen mit den erzielten Filmeinnahmen. Er klagte nunmehr vor dem LG Stuttgart gegen acht ARD-Anstalten auf Zahlung von 450.000 Euro. Die Rundfunkanstalten haben den Film als Zweitverwerter in Wiederholung ausgestrahlt. Vor dem München prozessiert Jost Vacano bereits u.a. gegen die Bavaria Filmproduktion.

Der Fall wirft vielfältige und interessante juristische Fragen auf. Das LG Stuttgart konnte bislang noch nicht entscheiden. Das Gericht gab zu erkennen, dass eine abschließende Meinung vom Ausgang des in München anhängigen Verfahrens gegen den Filmproduzenten abhängen könnte, ob Ansprüche gegen die Sender überhaupt in Frage kommen.

In den Jahren 1980/81 war Jost Vacano als Chef-Kameramann bei der Bavaria Atelier Filmproduktion in München angestellt. Er hat an der Herstellung des Films „Das Boot“ mitgewirkt. WDR und SDR hatten sich mit einem zweistelligen Millionenbetrag an den Kosten der Filmherstellung beteiligt und dafür von der Filmproduzentin das deutsche Erstausstrahlungsrecht erworben. Für jede weitere Ausstrahlung mussten und müssen sie an die Produzentin Wiederholungsgebühren zahlen.

Für die Director’s Cut-Fassung hatten die Sender 2002 das Senderecht erworben, gegen Zahlung einer pauschalen Lizenz. Diesbezüglich ist Herr Vacano nicht beteiligt worden. Die Sender sind der Meinung, dass der Kameramann Arbeitnehmer der Bavaria gewesen sei und sie bereits erhebliche Lizenzgebühren für die Fernsehausstrahlungen bezahlt haben. Zudem sehen die Rundfunkanstalten keine Rechtsgrundlage für eine Nachvergütung und weisen die Forderung als unbegründet zurück.

Die Sender stellen sich zudem die Frage, ob Fernsehunternehmen in Deutschland tatsächlich dafür haften sollen, dass Kameraleute durch die Filmproduzenten ordnungsgemäß entlohnt werden. Diese Frage stellt sich vor allem vor dem Hintergrund, dass das Fernsehunternehmen selbst marktübliche Lizenzgebühren für die Ausstrahlung der Filme an seinen Lizenzgeber gezahlt hat.

Dringt der klagende Kameramann mit seiner Argumentation durch, würde das die Stellung der Kameraleute vergütungsmäßig deutlich verbessern. Deutsche Filmproduktionen hingegen hätten gegenüber solchen aus dem anglo-amerikanischen Raum und gegenüber Eigenproduktionen der Sender künftig einen erheblichen Wettbewerbsnachteil, weil Fernsehunternehmen damit rechnen müssten, von unzufriedenen Mitarbeitern deutscher Produzenten ein zweites Mal zur Kasse gebeten zu werden.

 

Pressemitteilung des SWR vom 26.07.2011

 

„Kopie“ von kino.to geht unter der Domain kinox.to online

Nur wenige Wochen ist es her, dass das illegale  Filmportal kino.to abgeschaltet wurde (siehe hierzu meinen Blogeintrag „kino.to – Wie geht es weiter? Wie ist eine Nutzung rechtlich zu bewerten?“).

Nun ist vermutlich eine Kopie (sog. Mirror) online. Die Website kinox.to weist ersichtlich das gleiche Layout auf und verlinkt ebenfalls wie das „Original“ zu aktuellen Filmen und Serien zum Streaming.

Auf der Startseite kritisieren die Betreiber die Filmindustrie und den Staat:

„Das legendäre Online-Stream-Portal Kino.to war eine der Lieblingsseiten vieler deutscher und ausländischer Internetnutzer, die es satt hatten, viel Geld für überteuerte Kinovorstellungen und verspätete Serien-DVD-Releases auszugeben.“

„Liebe GVU, Filmindustrie und Staat: Denkt ihr wirklich, ihr könnt uns stoppen, nur weil ihr haufenweise Geld habt? Wie kann es sein, dass harmlose Webseitenbetreiber auf eine Stufe mit Mördern und Vergewaltigern gestellt werden? … Was ist aus diesem Land geworden? Wo ist unsere Freiheit hin? Und warum werden solche fanatischen Geldgeier-Organisationen unterstützt von Staat und Politik? Wir wollen euch nicht. Das Internet will euch nicht. Keiner will euch. Alles, was wir wollen, ist Freiheit und das für jeden.“

Zeitgleich wurde die Internetseite der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) vermutlich lahmgelegt.

Kinox.to ist ebenfalls annähernd stillgelegt, aber aus anderen Gründen: Mit dem großen Ansturm hat kinox.to erheblich zu kämpfen, so dass sich die Seite seit dem Start nur schwer öffnen lässt.

Anmerkung: Es steht noch nicht fest, ob es sich bei kinox.to tatsächlich um den Nachfolger von kino.to handelt. Es wird auch aufzuklären sein, ob eine Verbindung zwischen video2k.tv und kinox.to besteht.

Etwaige User sollten zumindest folgendes berücksichtigen: Die Betreiber von Angeboten wie kino.to etc. machen sich wegen gewerblicher Urheberrechtsverletzungen strafbar. Nutzer werden noch nicht strafrechtlich verfolgt. Aktuell ist es noch umstritten, ob eine Strafbarkeit durch eine Nutzung gegeben ist (vgl. hierzu meinen Artikel zur rechtlichen Beurteilung einer Nutzung solcher Portale). Ich kann nur den Rat geben, solche Portale wie kinox.to etc. zu meiden und auf legale Angebote zurückzugreifen. So ist man bei diesem brisanten Thema auf der sicheren Seite.

 

sueddeutsche.de – Artikel vom 13.07.2011

kino.to Betreiber muss mit langjähriger Freiheitsstrafe rechnen

Der ehemalige Betreiber von kino.to (Dirk B.) muss vermutlich mit einer mehrjährigen Freiheitsstrafe rechnen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun nicht nur wegen gewerbsmäßig begangener Urheberrechtsverletzungen, sondern auch wegen Steuerhinterziehung und des Verdachts der Geldwäsche.

Nach Auskunft des Sprechers der sächsischen Generalstaatsanwaltschaft Wolfgang Klein gegenüber dem FOCUS, beabsichtigt die Staatsanwaltschaft am Ende des Ermittlungsverfahrens aus der Vielzahl der Urheberrechtsverstöße durch kino.to eine größere Zahl herauszugreifen.

Auch gegen ehemalige Werbepartner von kino.to soll vorgegangen werden. Die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) äußerte gegenüber dem FOCUS, das es eine Premiere darstellen würde, wenn Unternehmen, die auf einer illegalen Seite werben, auch strafrechtlich belangt werden könnten. Nach Berechnungen der GVU verdienten die Betreiber von kino.to im letzten Jahr durch Werbung vermutlich ca. 14,6 Millionen Euro.

FOCUS Artikel vom 03.07.2011

 

Anmerkung zur Stafbarkeit von Webepartnern:

In Betracht könnte allenfalls eine Beihilfehandlung gemäß § 27 Strafgesetzbuch (StGB) kommen. Eine Beihilfe läge nur dann vor, wenn der jeweilige Werbepartner einen Beitrag geleistet hätte, der die sog. Haupttat der Betreiber von kino.to objektiv fördert (BGH, NStZ 2008, 284). Der Gehilfe muss durch seinen Beitrag das Risiko der Begehung der Straftat erhöht haben (BGHSt 42, 138). Eine irgendwie geartete Risikoerhöhung  würde ausreichen. Ob eine Geschäftspartnerschaft hinsichtlich der Schaltung von Online Werbung ausreichen soll, ist fraglich.

Nicht ganz unproblematisch könnte der Vorsatz der Werbepartner zu beweisen sein. Ein Gehilfe muss nämlich nicht nur Vorsatz bezüglich der eigenen  Gehilfenhandlung haben (z. B. „Ich möchte fördern“). Zusätzlich wäre auch ein Vorsatz notwendig, in Bezug auf die von kino.to begangenen Straftaten (z. B. „Mir ist bewusst, dass kino.to gegen das Urheberstrafrecht verstößt“).

Die Macht ist nicht mit Greenpeace: Lucasfilm stoppt Persiflage einer VW-Werbung

Greenpeace hätte gerne VW von der „klimafreundlichen Macht“ überzeugt. Daher hatte die Umweltschutzorganisation einen Videoclip online gestellt, der das bekannte durch Star Wars inspirierte Werbevideo  „The Force“ von Volkswagen auf die Schippe nimmt.

In der Version des Greenpeace  Videos „The Dark Side“ taucht ebenfalls ein als Darth Vader aus Star Wars verkleideter Junge auf und versucht einen VW Passat mit Gedankenkraft zu starten.

Dann wird er jedoch von als „Rebellen“ verkleideten Kinder davon abgehalten. Der Mini-Darth Vader gibt daraufhin einem Todesstern mit großem VW-Logo den Befehl, die Erde zu zerstören.

Mit dem Persiflage-Video will Greenpeace darauf aufmerksam machen, dass das Unternehmen VW zwar den CO2-Ausstoß seiner Flotte regelmäßig reduziert, aber aber gleichzeitig durch seine Lobbyarbeit strengeren CO2-Grenzwerten entgegensteht.

Lucasfilm selbst stört sich zwar weniger an der Aussage von Greenpeace oder an den verwendeten  Figuren aus Star Wars. Vielmehr wendet sich Lucasfilm gegen die Verwendung der Filmmusik. YouTube sperrte daher den Videoclip und kündigte sogar den Greenpeace-Kanal wegen Verstoßes gegen das Urheberrecht!

Wie man es von Greepeace gewohnt ist, lassen sie sich nicht so einfach von ihren Zielen abhalten. Der Clip „The Dark Side“ ist zwar nicht mehr über YouTube zu sehen, aber mittlerweile bei Vimeo.

VW: the dark side from Greenpeace UK on Vimeo.

Die Macht mag also vielleicht doch mit Greenpeace sein, man darf auf weitere Episoden gespannt sein.


Spiegel Online Artikel vom 28.06.2011

Handelsblatt Artikel vom 2.07.2011

Legale Alternativen zu Kino.to oder video2k.tv

kino.to hatte aktuellste Filme und Serien zum Abruf bereit gestellt, allerdings nicht legal! Hierzu habe ich bereits in meinem Artikel „kino.to – Wie geht es weiter? Wie ist eine Nutzung rechtlich zu bewerten?“ berichtet. Nun gibt es mit video2k.tv einen Nachfolger, die Betreiber verstoßen hier ebenfalls gegen das Urheberrecht.

Vielleicht kann man sich als Alternative wieder einmal für das gute alte Kino mit Popcorn oder für Videotheken begeistern!

Ganz bequem zu Hause gibt es auch online Angebote, die legal sind. Zwar kann der Nutzer  kein uneingeschränktes Film- und Serienangebot online wahrnehmen, vor allem in aktueller Hinsicht. Wer nicht ins Kino gehen oder nicht mehr in die Videothek rennen möchte und Einschränkungen bei der Film- und Serienauswahl hinnehmen kann, dem kann ich beispielhaft folgende Angebote vorschlagen:

 

Größere Auswahl an Filmen und Serien:

Kostenpflichtig oder auch teilweise kostenlos Filme online schauen:

www.maxdome.de (Video On Demand – Angebot von ProSiebenSat.1 Media)

www.videoload.de (Angebot der Deutschen Telekom)

 

Online leihen, aus einer großen Auswahl an Filmen:

www.lovefilm.de (Angebot von Amazon)

 

Fernsehfilme und Serien

1. Mediatheken der Öffentlich Rechtlichen:

ZDF

ARD

2. Webseiten der Privaten Rundfunkveranstalter:

SAT.1

Pro7

RTL

 

Kostenfreie Angebote:

www.myvideo.de

www.youtube.com

www.zattoo.com/de (TV)

 

Video2k.tv tritt als Nachfolger in die Fußstapfen von kino.to

Kaum ist die Polizei gegen die Plattform kino.to vorgegangen, schon macht sich anscheinend ein Nachfolger bereit:

Video2k.tv

Auch diese neue Streaming-Plattform ist wahrscheinlich wie kino.to illegal. Deren Betreiber verstoßen vermutlich gegen das Urheberrecht indem sie gewerblich Urheberrechtsverletzungen begehen.

Viele Nutzer werden sich bereits nach einer Alternative zu kino.to umgeschaut haben, aber wäre eine Nutzung der neuen Plattform legal?

In meinem Artikel „kino.to – Wie geht es weiter? Wie ist eine Nutzung rechtlich zu bewerten?“ habe ich schon über die rechtliche Bewertung einer Nutzung von kino.to berichtet. Demnach spricht zwar einiges dafür, dass eine Nutzung unter bestimmten Umständen  mit dem Urheberrecht vereinbar sein könnte. Es gibt aber auch einige Argumente, die dagegen sprechen. Eine Grundsatzentscheidung steht allerdings noch aus.

Daher kann ich potentiellen Nutzern nur empfehlen, solche Plattformen wie Video2k.tv nicht zu nutzen und auf legale Angebote zurückzugreifen. Wie heißt so schön ein altes Sprichwort: „Ehrlich währt am längsten“.

 

Sat+Kabel Artikel vom 21.06.2011