Schlagwort: Kino.to

„Kopie“ von kino.to geht unter der Domain kinox.to online

Nur wenige Wochen ist es her, dass das illegale  Filmportal kino.to abgeschaltet wurde (siehe hierzu meinen Blogeintrag „kino.to – Wie geht es weiter? Wie ist eine Nutzung rechtlich zu bewerten?“).

Nun ist vermutlich eine Kopie (sog. Mirror) online. Die Website kinox.to weist ersichtlich das gleiche Layout auf und verlinkt ebenfalls wie das „Original“ zu aktuellen Filmen und Serien zum Streaming.

Auf der Startseite kritisieren die Betreiber die Filmindustrie und den Staat:

„Das legendäre Online-Stream-Portal Kino.to war eine der Lieblingsseiten vieler deutscher und ausländischer Internetnutzer, die es satt hatten, viel Geld für überteuerte Kinovorstellungen und verspätete Serien-DVD-Releases auszugeben.“

„Liebe GVU, Filmindustrie und Staat: Denkt ihr wirklich, ihr könnt uns stoppen, nur weil ihr haufenweise Geld habt? Wie kann es sein, dass harmlose Webseitenbetreiber auf eine Stufe mit Mördern und Vergewaltigern gestellt werden? … Was ist aus diesem Land geworden? Wo ist unsere Freiheit hin? Und warum werden solche fanatischen Geldgeier-Organisationen unterstützt von Staat und Politik? Wir wollen euch nicht. Das Internet will euch nicht. Keiner will euch. Alles, was wir wollen, ist Freiheit und das für jeden.“

Zeitgleich wurde die Internetseite der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) vermutlich lahmgelegt.

Kinox.to ist ebenfalls annähernd stillgelegt, aber aus anderen Gründen: Mit dem großen Ansturm hat kinox.to erheblich zu kämpfen, so dass sich die Seite seit dem Start nur schwer öffnen lässt.

Anmerkung: Es steht noch nicht fest, ob es sich bei kinox.to tatsächlich um den Nachfolger von kino.to handelt. Es wird auch aufzuklären sein, ob eine Verbindung zwischen video2k.tv und kinox.to besteht.

Etwaige User sollten zumindest folgendes berücksichtigen: Die Betreiber von Angeboten wie kino.to etc. machen sich wegen gewerblicher Urheberrechtsverletzungen strafbar. Nutzer werden noch nicht strafrechtlich verfolgt. Aktuell ist es noch umstritten, ob eine Strafbarkeit durch eine Nutzung gegeben ist (vgl. hierzu meinen Artikel zur rechtlichen Beurteilung einer Nutzung solcher Portale). Ich kann nur den Rat geben, solche Portale wie kinox.to etc. zu meiden und auf legale Angebote zurückzugreifen. So ist man bei diesem brisanten Thema auf der sicheren Seite.

 

sueddeutsche.de – Artikel vom 13.07.2011

kino.to Betreiber muss mit langjähriger Freiheitsstrafe rechnen

Der ehemalige Betreiber von kino.to (Dirk B.) muss vermutlich mit einer mehrjährigen Freiheitsstrafe rechnen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun nicht nur wegen gewerbsmäßig begangener Urheberrechtsverletzungen, sondern auch wegen Steuerhinterziehung und des Verdachts der Geldwäsche.

Nach Auskunft des Sprechers der sächsischen Generalstaatsanwaltschaft Wolfgang Klein gegenüber dem FOCUS, beabsichtigt die Staatsanwaltschaft am Ende des Ermittlungsverfahrens aus der Vielzahl der Urheberrechtsverstöße durch kino.to eine größere Zahl herauszugreifen.

Auch gegen ehemalige Werbepartner von kino.to soll vorgegangen werden. Die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) äußerte gegenüber dem FOCUS, das es eine Premiere darstellen würde, wenn Unternehmen, die auf einer illegalen Seite werben, auch strafrechtlich belangt werden könnten. Nach Berechnungen der GVU verdienten die Betreiber von kino.to im letzten Jahr durch Werbung vermutlich ca. 14,6 Millionen Euro.

FOCUS Artikel vom 03.07.2011

 

Anmerkung zur Stafbarkeit von Webepartnern:

In Betracht könnte allenfalls eine Beihilfehandlung gemäß § 27 Strafgesetzbuch (StGB) kommen. Eine Beihilfe läge nur dann vor, wenn der jeweilige Werbepartner einen Beitrag geleistet hätte, der die sog. Haupttat der Betreiber von kino.to objektiv fördert (BGH, NStZ 2008, 284). Der Gehilfe muss durch seinen Beitrag das Risiko der Begehung der Straftat erhöht haben (BGHSt 42, 138). Eine irgendwie geartete Risikoerhöhung  würde ausreichen. Ob eine Geschäftspartnerschaft hinsichtlich der Schaltung von Online Werbung ausreichen soll, ist fraglich.

Nicht ganz unproblematisch könnte der Vorsatz der Werbepartner zu beweisen sein. Ein Gehilfe muss nämlich nicht nur Vorsatz bezüglich der eigenen  Gehilfenhandlung haben (z. B. „Ich möchte fördern“). Zusätzlich wäre auch ein Vorsatz notwendig, in Bezug auf die von kino.to begangenen Straftaten (z. B. „Mir ist bewusst, dass kino.to gegen das Urheberstrafrecht verstößt“).

Legale Alternativen zu Kino.to oder video2k.tv

kino.to hatte aktuellste Filme und Serien zum Abruf bereit gestellt, allerdings nicht legal! Hierzu habe ich bereits in meinem Artikel „kino.to – Wie geht es weiter? Wie ist eine Nutzung rechtlich zu bewerten?“ berichtet. Nun gibt es mit video2k.tv einen Nachfolger, die Betreiber verstoßen hier ebenfalls gegen das Urheberrecht.

Vielleicht kann man sich als Alternative wieder einmal für das gute alte Kino mit Popcorn oder für Videotheken begeistern!

Ganz bequem zu Hause gibt es auch online Angebote, die legal sind. Zwar kann der Nutzer  kein uneingeschränktes Film- und Serienangebot online wahrnehmen, vor allem in aktueller Hinsicht. Wer nicht ins Kino gehen oder nicht mehr in die Videothek rennen möchte und Einschränkungen bei der Film- und Serienauswahl hinnehmen kann, dem kann ich beispielhaft folgende Angebote vorschlagen:

 

Größere Auswahl an Filmen und Serien:

Kostenpflichtig oder auch teilweise kostenlos Filme online schauen:

www.maxdome.de (Video On Demand – Angebot von ProSiebenSat.1 Media)

www.videoload.de (Angebot der Deutschen Telekom)

 

Online leihen, aus einer großen Auswahl an Filmen:

www.lovefilm.de (Angebot von Amazon)

 

Fernsehfilme und Serien

1. Mediatheken der Öffentlich Rechtlichen:

ZDF

ARD

2. Webseiten der Privaten Rundfunkveranstalter:

SAT.1

Pro7

RTL

 

Kostenfreie Angebote:

www.myvideo.de

www.youtube.com

www.zattoo.com/de (TV)

 

Video2k.tv tritt als Nachfolger in die Fußstapfen von kino.to

Kaum ist die Polizei gegen die Plattform kino.to vorgegangen, schon macht sich anscheinend ein Nachfolger bereit:

Video2k.tv

Auch diese neue Streaming-Plattform ist wahrscheinlich wie kino.to illegal. Deren Betreiber verstoßen vermutlich gegen das Urheberrecht indem sie gewerblich Urheberrechtsverletzungen begehen.

Viele Nutzer werden sich bereits nach einer Alternative zu kino.to umgeschaut haben, aber wäre eine Nutzung der neuen Plattform legal?

In meinem Artikel „kino.to – Wie geht es weiter? Wie ist eine Nutzung rechtlich zu bewerten?“ habe ich schon über die rechtliche Bewertung einer Nutzung von kino.to berichtet. Demnach spricht zwar einiges dafür, dass eine Nutzung unter bestimmten Umständen  mit dem Urheberrecht vereinbar sein könnte. Es gibt aber auch einige Argumente, die dagegen sprechen. Eine Grundsatzentscheidung steht allerdings noch aus.

Daher kann ich potentiellen Nutzern nur empfehlen, solche Plattformen wie Video2k.tv nicht zu nutzen und auf legale Angebote zurückzugreifen. Wie heißt so schön ein altes Sprichwort: „Ehrlich währt am längsten“.

 

Sat+Kabel Artikel vom 21.06.2011

kino.to – Wie geht es weiter? Wie ist eine Nutzung rechtlich zu bewerten?

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Die Webseite kino.to wurde am 8. Juni 2011 abgeschaltet, mehrere mutmaßliche Betreiber wurden festgenommen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der „Bildung einer kriminellen Vereinigung zur gewerblichen Begehung von Urheberrechtsverletzungen“ – in über einer Million Fälle!

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Daher möchte ich zwei Fragen nachgehen, die von Interesse sind:

1. Wie funktionierte kino.to eigentlich?

kino.to könnte man als eine Art von Tauschbörse bezeichnen. kino.to verlinkte zahlreiche Filme, die bei verschiedenen Anbietern gespeichert waren. Im Gegensatz zu den üblichen Tauschbörsen fand jedoch kein Download statt, sondern die Filme wurden gestreamt. Lediglich im Arbeitsspeicher auf dem jeweiligen Computer des Nutzers wurden Fragmente der übertragenen Filme vorübergehend gespeichert, um die Filme abzuspielen. Weiterlesen