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Jeder zweite Internetnutzer nutzt legale Musikangebote

Eine schöne Nachricht: Wie die BITKOM (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.) mitteilt nutzt jeder zweite Internetnutzer legale Musikangebote.

Insgesamt sollen 47 Prozent aller Internetnutzer legal Musik aus dem Web beziehen. Kostenlose Streaming-Dienste sind dabei zunächst einmal die beliebtesten Angebote. Aber auch  jeder neunte Internetnutzer bezahlt für Songs aus dem Internet.

41 Prozent aller User verwenden entgeltfreie Streaming-Dienste wie YouTube oder Internetradios zum direkten Anhören von Musik. 10 Prozent der Internetnutzer kaufen Musik auf Download-Plattformen. Bereits 3 Prozent geben Geld für kostenpflichtige Streaming-Dienste aus, wie sie unter anderem von Simfy oder Spotify angeboten werden.

Diese Zahlen gehen aus einer aktuellen Umfrage der BITKOM hervor:

BITKOM Presseinfo Online-Musik 24 05 2012 (PDF, 101 KB)

GEMA: Neuer Streaming-On-Demand Tarif und Einigung mit der BITKOM zu Online-Musik

Die GEMA veröffentlichte diese Woche einen neuen Tarif über die Vergütung der Musiknutzung von für den Endnutzer kostenlosen Streamingdiensten.

Dieser Tarif soll sich insbesondere an die Anbieter werbefinanzierter Music-On-Demand Plattformen richten. Künftig sieht der Tarif vor, dass  10,25 % der durch die Musiknutzung erzielten Einnahmen eines Portals an die GEMA abgeführt werden. Vorgesehen ist zudem eine mehrstufige Mindestvergütung, welche nach „Interaktivität“ der Dienste unterscheidet ( 0,6 bis 0,025 Cent je Stream). Für den Fall, dass ein Gesamtvertrag zustande kommt, werden sich die Erlösbeteiligungen auf 8,2 % ermäßigen.  Bei der Mindestvergütungen errechnet sich die Reduktion entsprechend der abgestuften „Interaktivität“.

Mit diesem Tarif macht die GEMA einen großen Schritt auf die Anbieter von unentgeltlich angebotenen Streamingdiensten zu und gewährleistet so einen Ausgleich zwischen den Anforderungen des Marktes und dem Anspruch der Urheber auf angemessene Vergütung.

(GEMA)

Erst vor kurzem konnte die GEMA eine Einigung mit dem Hightech-Verband BITKOM für Anbieter von entgeltlichen Music-on-Demand Angeboten erzielen. Der Vertrag zwischen den beiden Parteien regelt einerseits die Höhe der Urhebervergütungen, die von den Betreibern von Internet-Musikportalen abgeführt werden müssen. Ebenfalls soll die Einigung das sog. Musik-Streaming, also die direkte Übertragung über das Internet ermöglichen. Im Ausland erfreuen sich Streaming-Anbieter großer Beliebtheit  (z. B. Spotify). Bislang konnten jedoch solche Portale ihre Dienste nicht in Deutschland anbieten, da es an einer Einigung mit der Gema bislang mangelte.

Einzelne Dienste, die bisher im Ausland erfolgreich sind, finden jetzt auch in Deutschland ähnliche Lizenzierungsbedingungen vor. Wir gehen deshalb davon aus, dass es künftig noch mehr Musikdienste in Deutschland geben wird, bei denen Nutzer für eine monatliche Pauschalgebühr alle Titel vollständig online hören können“. …

„Dadurch werden Online-Geschäftsmodelle im Musikbereich für Anbieter und Nutzer sehr viel attraktiver als bisher.“

(Volker Smid, BITKOM-Vizepräsident)

Hintergrund zur  GEMA:

Die GEMA vertritt in Deutschland die Urheberrechte von mehr als 64.000 Mitgliedern (dazu zählen Komponisten, Textautoren und Musikverleger). Darüber hinaus vertritt die GEMA über zwei Millionen Rechteinhabern aus aller Welt. Sie gilt weltweit als eine der größten Autorengesellschaften für urheberrechtliche Werke der Musik.

Hintergrund zur BITKOM:

Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. vertritt mehr als 1.600 Unternehmen mit etwa 700.000 Beschäftigten. Zu den Mitgleidern zählen Anbieter von Software & IT-Services, Telekommunikations- und Internetdiensten, Hersteller von Hardware und Consumer Electronics sowie Unternehmen der digitalen Medien.

 

Zeit Online

Pressemitteilung der GEMA vom 19.12.2011

Pressemitteilung der GEMA vom 08.12.2011

Legale Downloadportale erfreuen sich wachsender Beliebtheit

Der digitaler Musikmarkt befindet sich aktuell im Aufwind. Streaming-Services verzeichnen innerhalb des Digitalmarktes das größte Umsatzplus: Der Umsatz mit Online Subscription Services wie Napster, Simfy Premium oder Musicload Nonstop hat im 1. Halbjahr 2011 um etwa 21 % zugenommen. Werbefinanzierte Streaming-Services wie MyVideo oder Clipfish verzeichnen  ein Umsatzplus von über 60 %. Das gab der Bundesverband Musikindustrie e.V. (BVMI) in Berlin bekannt.

Streaming-Services erreichen damit am Digitalmarkt einen Anteil von etwas mehr als 10 %. Größter Umsatzbringer mit einem Digitalmarkt-Anteil von 83,8 Prozent bleiben jedoch die sog. À-la-carte-Downloads. Das Digitalgeschäft macht inzwischen fast 20 % des Gesamtumsatzes aus dem Musikverkauf aus (laut BVMI-Marktstatistik, ermittelt durch media control/GfK). Mit fast 70 legalen Online-Musik-Services soll Deutschland  im internationalen Vergleich weit vorne liegen.

„Die Downloadportale erfreuen sich wachsender Beliebtheit, was für uns natürlich ein sehr gutes Zeichen ist“

„Auch Abomodelle und werbefinanzierte Streams werden immer häufiger von den Usern nachgefragt. Gerade der Blick nach Skandinavien zeigt, dass es richtig ist, diese Angebote weiter voranzutreiben.“

(Dr. Florian Drücke, Geschäftsführer des BVMI)

 

Pressemitteilung des BVMI vom 01.09.2011

 

 

„Kopie“ von kino.to geht unter der Domain kinox.to online

Nur wenige Wochen ist es her, dass das illegale  Filmportal kino.to abgeschaltet wurde (siehe hierzu meinen Blogeintrag „kino.to – Wie geht es weiter? Wie ist eine Nutzung rechtlich zu bewerten?“).

Nun ist vermutlich eine Kopie (sog. Mirror) online. Die Website kinox.to weist ersichtlich das gleiche Layout auf und verlinkt ebenfalls wie das „Original“ zu aktuellen Filmen und Serien zum Streaming.

Auf der Startseite kritisieren die Betreiber die Filmindustrie und den Staat:

„Das legendäre Online-Stream-Portal Kino.to war eine der Lieblingsseiten vieler deutscher und ausländischer Internetnutzer, die es satt hatten, viel Geld für überteuerte Kinovorstellungen und verspätete Serien-DVD-Releases auszugeben.“

„Liebe GVU, Filmindustrie und Staat: Denkt ihr wirklich, ihr könnt uns stoppen, nur weil ihr haufenweise Geld habt? Wie kann es sein, dass harmlose Webseitenbetreiber auf eine Stufe mit Mördern und Vergewaltigern gestellt werden? … Was ist aus diesem Land geworden? Wo ist unsere Freiheit hin? Und warum werden solche fanatischen Geldgeier-Organisationen unterstützt von Staat und Politik? Wir wollen euch nicht. Das Internet will euch nicht. Keiner will euch. Alles, was wir wollen, ist Freiheit und das für jeden.“

Zeitgleich wurde die Internetseite der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) vermutlich lahmgelegt.

Kinox.to ist ebenfalls annähernd stillgelegt, aber aus anderen Gründen: Mit dem großen Ansturm hat kinox.to erheblich zu kämpfen, so dass sich die Seite seit dem Start nur schwer öffnen lässt.

Anmerkung: Es steht noch nicht fest, ob es sich bei kinox.to tatsächlich um den Nachfolger von kino.to handelt. Es wird auch aufzuklären sein, ob eine Verbindung zwischen video2k.tv und kinox.to besteht.

Etwaige User sollten zumindest folgendes berücksichtigen: Die Betreiber von Angeboten wie kino.to etc. machen sich wegen gewerblicher Urheberrechtsverletzungen strafbar. Nutzer werden noch nicht strafrechtlich verfolgt. Aktuell ist es noch umstritten, ob eine Strafbarkeit durch eine Nutzung gegeben ist (vgl. hierzu meinen Artikel zur rechtlichen Beurteilung einer Nutzung solcher Portale). Ich kann nur den Rat geben, solche Portale wie kinox.to etc. zu meiden und auf legale Angebote zurückzugreifen. So ist man bei diesem brisanten Thema auf der sicheren Seite.

 

sueddeutsche.de – Artikel vom 13.07.2011

kino.to Betreiber muss mit langjähriger Freiheitsstrafe rechnen

Der ehemalige Betreiber von kino.to (Dirk B.) muss vermutlich mit einer mehrjährigen Freiheitsstrafe rechnen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun nicht nur wegen gewerbsmäßig begangener Urheberrechtsverletzungen, sondern auch wegen Steuerhinterziehung und des Verdachts der Geldwäsche.

Nach Auskunft des Sprechers der sächsischen Generalstaatsanwaltschaft Wolfgang Klein gegenüber dem FOCUS, beabsichtigt die Staatsanwaltschaft am Ende des Ermittlungsverfahrens aus der Vielzahl der Urheberrechtsverstöße durch kino.to eine größere Zahl herauszugreifen.

Auch gegen ehemalige Werbepartner von kino.to soll vorgegangen werden. Die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) äußerte gegenüber dem FOCUS, das es eine Premiere darstellen würde, wenn Unternehmen, die auf einer illegalen Seite werben, auch strafrechtlich belangt werden könnten. Nach Berechnungen der GVU verdienten die Betreiber von kino.to im letzten Jahr durch Werbung vermutlich ca. 14,6 Millionen Euro.

FOCUS Artikel vom 03.07.2011

 

Anmerkung zur Stafbarkeit von Webepartnern:

In Betracht könnte allenfalls eine Beihilfehandlung gemäß § 27 Strafgesetzbuch (StGB) kommen. Eine Beihilfe läge nur dann vor, wenn der jeweilige Werbepartner einen Beitrag geleistet hätte, der die sog. Haupttat der Betreiber von kino.to objektiv fördert (BGH, NStZ 2008, 284). Der Gehilfe muss durch seinen Beitrag das Risiko der Begehung der Straftat erhöht haben (BGHSt 42, 138). Eine irgendwie geartete Risikoerhöhung  würde ausreichen. Ob eine Geschäftspartnerschaft hinsichtlich der Schaltung von Online Werbung ausreichen soll, ist fraglich.

Nicht ganz unproblematisch könnte der Vorsatz der Werbepartner zu beweisen sein. Ein Gehilfe muss nämlich nicht nur Vorsatz bezüglich der eigenen  Gehilfenhandlung haben (z. B. „Ich möchte fördern“). Zusätzlich wäre auch ein Vorsatz notwendig, in Bezug auf die von kino.to begangenen Straftaten (z. B. „Mir ist bewusst, dass kino.to gegen das Urheberstrafrecht verstößt“).

Legale Alternativen zu Kino.to oder video2k.tv

kino.to hatte aktuellste Filme und Serien zum Abruf bereit gestellt, allerdings nicht legal! Hierzu habe ich bereits in meinem Artikel „kino.to – Wie geht es weiter? Wie ist eine Nutzung rechtlich zu bewerten?“ berichtet. Nun gibt es mit video2k.tv einen Nachfolger, die Betreiber verstoßen hier ebenfalls gegen das Urheberrecht.

Vielleicht kann man sich als Alternative wieder einmal für das gute alte Kino mit Popcorn oder für Videotheken begeistern!

Ganz bequem zu Hause gibt es auch online Angebote, die legal sind. Zwar kann der Nutzer  kein uneingeschränktes Film- und Serienangebot online wahrnehmen, vor allem in aktueller Hinsicht. Wer nicht ins Kino gehen oder nicht mehr in die Videothek rennen möchte und Einschränkungen bei der Film- und Serienauswahl hinnehmen kann, dem kann ich beispielhaft folgende Angebote vorschlagen:

 

Größere Auswahl an Filmen und Serien:

Kostenpflichtig oder auch teilweise kostenlos Filme online schauen:

www.maxdome.de (Video On Demand – Angebot von ProSiebenSat.1 Media)

www.videoload.de (Angebot der Deutschen Telekom)

 

Online leihen, aus einer großen Auswahl an Filmen:

www.lovefilm.de (Angebot von Amazon)

 

Fernsehfilme und Serien

1. Mediatheken der Öffentlich Rechtlichen:

ZDF

ARD

2. Webseiten der Privaten Rundfunkveranstalter:

SAT.1

Pro7

RTL

 

Kostenfreie Angebote:

www.myvideo.de

www.youtube.com

www.zattoo.com/de (TV)

 

kino.to – Wie geht es weiter? Wie ist eine Nutzung rechtlich zu bewerten?

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Die Webseite kino.to wurde am 8. Juni 2011 abgeschaltet, mehrere mutmaßliche Betreiber wurden festgenommen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der „Bildung einer kriminellen Vereinigung zur gewerblichen Begehung von Urheberrechtsverletzungen“ – in über einer Million Fälle!

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Daher möchte ich zwei Fragen nachgehen, die von Interesse sind:

1. Wie funktionierte kino.to eigentlich?

kino.to könnte man als eine Art von Tauschbörse bezeichnen. kino.to verlinkte zahlreiche Filme, die bei verschiedenen Anbietern gespeichert waren. Im Gegensatz zu den üblichen Tauschbörsen fand jedoch kein Download statt, sondern die Filme wurden gestreamt. Lediglich im Arbeitsspeicher auf dem jeweiligen Computer des Nutzers wurden Fragmente der übertragenen Filme vorübergehend gespeichert, um die Filme abzuspielen. Weiterlesen